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Ingwer-Fußbad

Substanzart

Ingwer, Pulver

Leitgedanke

Die Äußere Anwendung des Ingwers regt eine starke innere Wärmebildung im Menschen an, die sich bis in die Peripherie des Körpers ausbreiten kann. Das Seelische des Menschen wird eingeladen, sich intensiver mit dem Körper zu verbinden, was sich u.a. an einer vertieften Einatmung zeigt. Der Behandelte kann innerlich zur Ruhe kommen.

Unter dem Gesichtspunkt der funktionellen Dreigliederung kann die Behandlung an den Füßen, also am Stoffwechsel-Gliedmaßen-System, eine Entlastung im Nerven-Sinnes-System bewirken. Der Ingwer regt dabei nachhaltig die körpereigene Wärmebildung an, im Gegensatz zum Senf, der eine kurz dauernde, lokal begrenzte Erwärmung hervorruft. Durch das Ingwerfußbad wird lokal in der Tiefe eine sich langsam ausbreitende Wärmeentwicklung  angeregt. Dieser Prozess im unteren Menschen entlastet das Nerven-Sinnes-System, das im Kopf zu stark eingreift, z. B. bei chronischem Spannungskopfschmerz oder Migräne. Es eignet sich daher vor allem für eine nachhaltige Behandlung von chronischen Zuständen.

Indikationen

Durchführungsbeschreibung

Besonderheiten



Material:

Durchführung der Anwendung:

Nachbereitung:

Durchführungsanleitung zum Download

BeurteilungssicherheitBei vielen Patienten bewährt
DosierungBei psychiatrischen Patienten vormittags;
Bei Spannungskopfschmerz ist die Tageszeit nicht so wichtig, möglichst vor Eintritt der Symptomatik anwenden
WirkungseintrittSofort
TherapiedauerBis Besserung eintritt; dauerhafte prophylaktische Anwendung möglich
Warnhinweise
  • Achtung: kein Augenkontakt mit dem Ingwerwasser, s.o.
  • Kontraindiziert bei Hauterkrankungen

Fallbeispiel

Eine 35-jährige Patientin mit chronischen Migräneanfällen (mindestens 2x monatlich) und einer Borderline-Störung wurde stationär aufgenommen. Zunächst wurde sie mit Senffußbädern  zu Beginn der Migräneattacken behandelt. Die Patientin erlebte diese Behandlung aber als zu schnell und zu stark eingreifend. Der Wechsel zu Ingwerfußbädern brachte über mehrere Stunden wohlig warme Beine und eine seelische Ruhe. Dieser positive Zustand von Seelenruhe und warmen Beinen minderte die Neigung zu Migräneattacken, der chronische Spannungskopfschmerz blieb aus. Dadurch erlangte sie eine neue Lebenssicherheit. Über viele Wochen machte sie täglich die Fußbäder selber.
MM

Autor

Red., MM

Literatur

Substanzen