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Ingwer Nierenwickel

Substanzart

Frischer geriebener Ingwer oder Ingwer Pulver

Leitgedanke

Die Äußere Anwendung des Ingwers auf die Nieren regt eine starke innere Wärmebildung im Menschen an, die sich bis in die Peripherie des Körpers ausbreiten kann. Das Seelische des Menschen wird eingeladen, sich intensiver mit dem Körper zu verbinden, was sich u.a. an einer vertieften Atmung zeigt. Der Behandelte kann innerlich zur Ruhe kommen. Seelische und körperliche Spannungen können gelöst werden.

Indikationen

Durchführungsbeschreibung

Besonderheiten:




Durchführungsbeschreibung mit FRISCHEM Ingwer
Die Anwendung mit frisch geriebener Ingwerwurzel wird von fast allen Patienten sehr geschätzt und dem Pulver gegenüber vorgezogen. Die feuchte, frische Wurzel wird als anregender beschrieben, als das Pulver. Gleichermaßen braucht es mehr Kraft, sich der milden Schärfe zu stellen.

Material

Durchführung
Dauer der Anwendung
Nachbereitung:

Durchführungsbeschreibung mit Ingwer-PULVER
Material:
Durchführung der Anwendung
Nachbereitung

Durchführungsanleitung zum Download

BeurteilungssicherheitBei vielen Patienten bewährt
Dosierung1 mal täglich bis 2 mal wöchentlich.
WirkungseintrittNach der ersten Anwendung möglich, aber je nach Erkrankung und Indikation sehr unterschiedlich
TherapiedauerEinige Wochen und nach Bedarf
Warnhinweise
  • Achtung bei Patienten mit Psychosen: löst die Anwendung ein zu starkes träumerisches Bewusstsein aus, sodass der Patient innerlich von einer Bilderwelt überflutet wird, so kann die Anwendung das psychotische Erleben verstärken. Um mehr auf eine durchdringende seelische Klarheit hinzuwirken, wäre dann die Senfmehl-Anwendung zu bevorzugen

  • Die Anwendung kann beim Patienten starke seelische Erlebnisse aus der Vergangenheit ins Bewusstsein bringen. Wenn der Patient während oder nach der Anwendung eine sehr dunkle Stimmung erlebt, sollte die Dauer der Anwendung verkürzt werden bzw. ein Absetzen der Auflage erwogen werden, wenn der Patient sich mit den aufkommenden Bildern überfordert fühlt

  • Es kann selten zu allergischen Hautreaktionen kommen. Besondere Vorsicht ist bei sehr hellhäutigen und rothaarigen Menschen angezeigt.

  • Bei starker Hautrötung und Hitzeempfinden sollte die Menge des Ingwerpulvers reduziert werden, wenn der Patient kein Wärmeerlebnis hat, muss die Pulvermenge erhöht werden

Fallbeispiel

Fallbeispiel 1: Menopause, Durchschlafstörungen
Eine Frau in den Wechseljahren, beruflich stark engagiert, litt an Wallungen und Müdigkeits- Attacken tagsüber. In der Nacht zeigten sich Herzklopfen, Angst, Nachtschweiß, Schlaflosigkeit und das ständige Gefühl, "unter Strom zu stehen".
Die Anwendung wurde abends als Schlafhilfe angelegt, da die nächtliche Symptomatik im Vordergrund stand und sie tagsüber nicht die Zeit dazu fand. Die Verweildauer des Wickels betrug bis zu 5 Stunden. Sie entfernte den Wickel, wenn sie aufwachte.
Wöchentlich bekam sie 2-3 Wickel über ca. 8 Wochen. Schon mit der ersten Behandlung verbesserte sich die Schlafqualität: Angst und Herzklopfen wichen. Schweißausbrüche und stundenlanges Wachliegen verminderten sich und sie konnte schneller wieder einschlafen. Tagsüber reduzierten sich die Wallungen, der Wärmeorganismus wurde stabiler. Sie fühlte sich müder, aber auch ruhiger. Die einzige negative Erfahrung war, dass die Haut mit Zunahme der Anwendungen sensibel reagierte, allerdings jeweils nur für kurze Zeit.
FS


Fallbeispiel 2: Depression
Ein 43 jähriger Mann mit einer rezidivierenden depressiven Episode klagte über starke innere Anspannung und konnte seine eigenen Gefühle weder erleben noch mitteilen. Nach der ersten Ingweranwendung erlebte er eine Entspannung und Wärme im ganzen Leib. Auch das Schnarchen hörte nachts auf.
Die seelische Entspannung und die Verbesserung des Wärmehaushaltes, sowie des Schlafes zeigten sich dauerhaft.
MR

Fallbeispiel 3: Demenz
Die Situation spielt sich in einem Pflegeheim in der Schweiz ab. Ein alter, dementer Mann, der sehr aggressiv auf seine Umgebung reagierte, wohl auch weil er starke Schmerzen hatte in seinen Armen. Die Bewegungen kosteten ihn viel Kraft, er wurde aber täglich in den Rollstuhl mobilisiert. Er hatte erfolglos allopathische Mittel und Cannabis erhalten. Seine Frau erkannte er seit Monaten nicht mehr. Auf Drängen einer Schwesternschülerin erhielt er während 7 Tagen um 10 Uhr am Morgen einen Nierenwickel. Dieser wurde begonnen mit 1 Teelöffel Ingwerpulver und der Wickel lag während 20 Minuten auf der Niere, danach ruhte der Patient noch 30 Minuten nach. Er lag während der ganzen Zeit immer ruhig, auch in der Nachruhe, manchmal döste er etwas. Er wurde nach der ersten Anwendung erst am späteren Nachmittag in den Rollstuhl mobilisiert, um ihn nicht zu überfordern. Als seine Frau kam, breitete er die Arme aus und rief: „Das ist meine Frau“! Am nächsten Tag hob er beide Arme dem Pfleger entgegen zum Schlafanzugwechsel. Das war bisher eine Prozedur, weil er so starke Schmerzen hatte. Nach der vierten Anwendung lachte er mit den Pflegenden und die Stationsleitung, die aus den Ferien zurück kam, erkannte die Veränderung und ab sofort wurden Ingwer-Nierenwickel eingeführt.
HR

Autor

Red., MR, FS, HR

Literatur


Substanzen