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Rh. Nacken-Schulter-Rückeneinreibung nach Wegman/ Hauschka

Substanzart

Aurum/ Lavandula comp. Salbe

Leitgedanke

Zu Beginn werden die warmen Hände auf den Bereich zwischen den Schulterblättern gelegt. Wahrnehmen des Gewebes, langsames Verdichten und Lösen. Gedanke: Ätherkräfte im oberen Brustbereich anregen, Durchblutung und Wärme in diesem Bereich fördern. Danach dreimal ein Abstrich vom Nackenbereich über die Schultern zu den Armen in einer hüllenden Geste vollziehen. Die Nackenmuskulatur wird entlang der Muskelleitlinien in rhythmischen Kreisen eingerieben. Ziel ist das Lösen der Verspannungen im Nackenbereich. Beim Verdichtungsprozess herrscht volle Aufmerksamkeit für das Gewebe und damit für die aktuelle Lage der Mutter. Im Lösen wird Raum geschaffen und damit Leichte ermöglicht.

Der hintere Brustraum wird mit der phasenverschobenen Zweihandeinreibung eingerieben, um diesem Raum zu geben für die physiologischen Vorgänge, die für das Stillen notwendig sind. Durch die Kreise entsteht Wärme, die aufbauenden Kräfte werden gefördert.
Während des abschließenden Rückenabstrichs begleiten unsere Gedanken des Aufrichtens und Bestätigens die Mutter.   

Indikationen


Durchführungsbeschreibung

Die Rhythmische Nacken-Schulter-Arm- und Schultereinreibung nach Wegman/ Hauschka kann nur im Seminar unter Anleitung erlernt werden. Siehe auch Kapitel Rhythmische Einreibungen

BeurteilungssicherheitBei vielen Patientinnen bewährt
Dosierung1-2 x täglich
WirkungseintrittNach ein bis drei Anwendungen
TherapiedauerSo lange wie notwendig, bis die Milch gut und genügend fließt

Fallbeispiel

Ausführliche Beschreibung mehrerer Erfahrungen
Insgesamt wurden fünf Anwendungsbeobachtungen dokumentiert, wobei bei vier mehrere Einreibungen durchgeführt wurden. Drei Anwendungsbeobachtungen wurden bei Neugeborenen und zwei bei Frühgeborenen durchgeführt. Bei allen Beobachtungen war die Milchmenge zu knapp, um das Kind vollständig mit Muttermilch zu ernähren. Alle Mütter äußerten in irgendeiner Weise, dass sie sich Sorgen machen, bezüglich einer ausreichenden Milchmenge und Ernährung des Kindes. Bei allen Müttern wurden gleichzeitig zur Einreibung die üblichen Maßnahmen wie regelmäßiges Abpumpen, Känguruhing und Anlegeversuche durchgeführt. Bei allen Müttern zeigte sich in Bezug auf die Wärmeverteilung folgendes Bild: entweder waren der Nacken- oder Nierenbereich oder beide Areale kühl. Drei Mütter äußerten, dass sich der Nacken angespannt anfühlt, alle äußerten seelische Anspannung entweder beim Anlegen oder Erwartungsdruck beim Abpumpen. Bei den drei Neugeborenen zeigten sich auch bei den Kindern Unruheanzeichen wie vermehrtes Schreien, Hypertonus, Agitiertheit, unruhiges Schlafen.
Alle Mütter äußerten nach der Anwendung, dass es ihnen gut tat, dass man sich einmal ganz ihnen zuwendete und genossen die körperliche Berührung. Schliefen die Mütter nach der Anwendung, berichteten sie, vor allem nach mehreren Anwendungen, dass sie erholsam schliefen. Die Milchmenge entwickelte sich stetig nach oben; ab und zu kam es vor, dass nach der Anwendung gleich beim nächsten Abpumpen mehr Milch kam. Die Milchmenge nahm im Verlauf bei allen drei Müttern zu, die länger als drei Tage beobachtet wurden. Insgesamt muss man hierzu sagen, dass ja auch die üblichen Maßnahmen zur Etablierung der Milchmenge stattfanden. Die Mütter äußerten: die Anwendungen seien vor allem darum positiv gewesen, da sie entspannen konnten und eine deutliche Unterstützung in ihrem Wunsch zu stillen für sie spürbar war.
Die Temperaturverteilung änderte sich. Meist war nach der Nachruhe im warmen Tuch der gesamte Nackenbereich warm. Häufig konnte ich über den Nieren, wenn diese zuvor kalt waren, weiter eine etwas kühlere Haut spüren, so dass ich, wenn dies auffällig war bei den weiteren Einreibungen, eine Lemniskate über den Nieren machte. Mein eigenes Empfinden war, dass dadurch die beruhigende Wirkung nochmal deutlich gesteigert wurde.
Bei den Neugeborenen gab es  nach der Anwendung ruhigere Anlegesituationen. Fast immer konnte beobachtet werden, wenn die Mutter ruhiger wurde, dass auch das Kind ruhiger wurde (beobachtet wurden: Vitalzeichen, Vigilanz, Schlaf-Wachrhythmus).

Nach den dokumentierten Anwendungsbeobachtungen wurde dies auf Station eine etablierte Anwendung bei geringer Milchmenge in den ersten Lebenstagen aufgrund von Stress und Anspannung der Mutter.
NH

Autor

Red., NH