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Schafgarben-Leberwickel

Substanzart

Schafgarbentee aus der ganzen blühenden Pflanze (ohne Wurzeln)

Leitgedanke

Durch feucht-heiße Leberwickel kann die Leberfunktion so unterstützt werden, dass unangenehme Auswirkungen einer belasteten Leber, u.a. Schlafstörungen, depressive Stimmung, Antriebslosigkeit und auch Leberkapselschmerzen wohltuend beeinflusst werden können.

Indikationen


(siehe Fallbeispiel 1)

Durchführungsbeschreibung

Besonderheiten
Die Tageszeit der Anwendung ist abhängig von der Indikation
Bei diesem Wickel ist besonders zu beachten:



Das heißt, die Wickeltücher müssen dicht anliegen, ohne die Atmung zu behindern: Führung der Wickeltücher von der Taille aus schräg nach oben, mit der Hand an den Körper anplastizieren, ohne zusätzlichen Zug.

Material

Durchführung

Nachbereitung

Durchführungsanleitung zum Download

BeurteilungssicherheitBei vielen Patienten bewährt
Dosierung1 mal täglich bis 2 mal wöchentlich
  • Im allgemeinen vormittags anwenden (zur Stärkung der aufbauenden Tätigkeit der Leber,v.a. bei Erschöpfungszuständen)
  • Nach dem Mittagessen anwenden: bei Verdauungsbeschwerden
  • Abends anwenden: bei Schlafstörungen, auch bei Depressionen


WirkungseintrittOft schon bei der ersten Anwendung, z.T. aber auch erst nach mehreren Tagen bis mehreren Wochen
TherapiedauerAbhängig vom Therapieziel kann eine Anwendung über mehrere Wochen angezeigt sein
Weitere Therapieempfehlungen
  • Alternativ ist der Schafgarben-Leberwickel auch als Ölwickel möglich
  • Wenn ein Schafgarben-Leberwickel aufgrund einer zu starken Erschöpfung nicht möglich erscheint, sollte eine innerliche medikamentöse Behandlung die Grundlage bilden

Warnhinweise
  • Vorsicht bei seelisch labilen Patienten vor allem zu Beginn einer Therapie, und bei Patienten mit Erschöpfung mit zu großem Kräftedefizit
  • Bei aktuer Hepatitis sollte die Temperatur des Wickels abgemildert werden


Nicht anwenden bei:
  • Akutem Abdomen
  • Akuten Entzündungen
  • Plötzlich auftretenden Bauchschmerzen unklarer Genese
  • Fieber
  • Verdacht auf innere Blutungen

Fallbeispiel

Fallbeispiel 1
Eine 35 jährige Patientin kam mit einer akuten depressiven Episode ohne Suizidalität in die Klinik. Sie litt unter Durchschlafstörungen, Angst und Unruhe, nachdem sie ihre Arbeitsstelle verloren und ihr Lebenspartner sich von ihr getrennt hatte.
Die zusätzlich auftretenden Darmkrämpfe, Blähungen, Übelkeit und mangelnder Appetit verstärkten die Kraftlosigkeit.
Es wurde mittags ein Schafgarben-Leber-Wickel angewendet. Nach der 2. Anwendung normalisierte sich die Darmfunktion, die Durchschlafstörungen verbesserten sich. Angst und Unruhe nahmen ab. Insgesamt wurde sie mit 6 Anwendungen behandelt.
MM

Fallbeispiel 2
Eine 42 jährige Frau kam mit einem Mamma-Karzinom li. zur Weiterbehandlung.
Seit einem Jahr bestand eine mittelgradige depressive Episode mit Schmerzen, Unruhe und Durchschlafstörungen.
Während ihres 3-wöchigen Aufenthaltes erhielt sie 15 Schafgarben-Leber-Wickel.
Die ersten Anwendungen verursachten extremes Schwitzen, die sich entwickelnde Wärme wurde ihr zu viel. Da sie in der Nachruhe sehr gut entspannen und schlafen konnte, wurden die Wickel dennoch weitergeführt.
Insgesamt erholte sich die Patientin gut und konnte beschwerdefrei entlassen werden.
MM

Fallbeispiel 3
Eine 39 jährige Patientin mit großen beruflichen Anforderungen litt seit 5 Monaten an einer mittelgradigen depressiven Episode mit verschiedenen psychosomatischen Symptomen wie Kraftlosigkeit, Unruhe und Nervosität.
Sie erhielt insgesamt 16 Schafgarben-Leber-Wickel jeweils nach dem Mittagessen. Während dieser Anwendungen schlief sie oft ein. Eine weitere Wirkung war die Verbesserung Schlafqualität. Sie verspürte wieder Freude und konnte Gefühle zulassen.
Die Wickelanwendung erlernte sie während des stationären Aufenthaltes, um sie zu Hause selbständig weiterzuführen.
MM

Fallbeispiel 4
Eine 55 jährige Patientin wurde  mit einer psychogenen Erschöpfung stationär aufgenommen.
Die Beschwerden bestanden schon seit 2 Jahren: Unruhe, negative Gedanken, Hoffnungslosigkeit, zusätzlich wurde eine körperliche Müdigkeit erlebt.
Sie erhielt 16 Schafgarben-Leber-Wickel im Laufe eines 4-wöchigen Aufenthaltes.
Während der Anwendungen war ihr die Wärme, die sich im ganzen Körper ausbreitete, sehr angenehm. Sie wurde müde und schlief danach eine Weile. Diese Erlebnisse erzeugten in ihr ein positives Lebensgefühl, Sicherheit, Hoffnung und Mut.
MM

Fallbeispiel 5
40-jähriger Patient mit Seminom litt während der ersten zwei Zyklen einer Chemotherapie unter starker Übelkeit, Appetitlosigkeit, Geschmacksverlust  und Müdigkeit. Ab dem dritten Zyklus erhielt er täglich begleitend Schafgarben-Leberwickel und vertrug diese gut. Es traten keine Appetitlosigkeit und keine Geschmacksveränderungen mehr auf. Der Patient setzte die Wickelanwendung zu Hause fort und berichtete über weiter anhaltende Besserung.
(Quelle: Der Merkurstab 2/16, N.Bruchner, J.Schier, Schafgarbe-Tee-Leberwickel bei Chemotherapie-assoziierten Beschwerden bei einem 40-jährigen Patienten mit Seminom – eine Kasuistik)

Autor

Red., MM

Literatur



Substanzen