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Senf-Thoraxwickel

Substanzart

Senfmehl

Leitgedanke

Die ätherischen Öle im Senfmehl wirken auf der Haut örtlich stark reizend, dringen schnell in die Haut ein und lösen ein starkes Brennen und ein intensives Wärmegefühl aus.
An der behandelten Stelle werden die Durchblutung und die Stoffwechseltätigkeit gesteigert und die Haut rötet sich. Dadurch entsteht über die Nervenendigungen in der Haut eine reflektorische Fernwirkung auf die inneren Organe. Der Senf-Thoraxwickel führt außerdem zu einer vertieften Atmung.

Senfanwendungen gehören zu den wirksamsten und verlässlichsten, aber auch anspruchvollsten Äußeren Anwendungen. Es ist besonders wichtig, dass der Patient gut informiert ist über den Ablauf der Behandlung und die Tatsache, dass Senf auf der Haut brennt.
Es muss bei jeder Senfanwendung gemeinsam mit dem Patient die für ihn richtige Dauer gefunden werden. Bei einer zu kurzen Anwendung kann die gewünschte Wirkung ausbleiben; bei einer zu langen Anwendung besteht die Gefahr der verbrennungsähnlichen Hautschädigung. Senf-Thorax-Anwendungen sollten nach Möglichkeit vormittags oder am frühen Nachmittag (ca.15-17 Uhr) durchgeführt werden, da dies die Zeit ist, in der der Organismus maximal leistungsfähig ist, um die Anwendung zu verabeiten.

Indikationen




Durchführungsbeschreibung

Besonderheiten



Material

Durchführung der Anwendung
Zum Fixieren und Einhüllen das Zwischen- und Außentuch dicht und fest anlegen

Nachbereitung

Durchführungsanleitung zum Download

BeurteilungssicherheitBei sehr vielen Patienten bewährt
Dosierung1 Mal täglich
WirkungseintrittInnerhalb von wenigen Minuten
TherapiedauerJe nach Verlauf von einer einmaligen Anwendung bis zu einer Behandlungsserie von bis zu 10 Anwendungen
WarnhinweiseAchtung: Verbrennungsgefahr bei zu langer Anwendung

Fallbeispiel

Ein 74 jähriger Patient mit neurasthenischer Konstitution leidet seit Jahren an einer COPD, die sich in den Wintermonaten 2012 vor Behandlungsbeginn zu rezidivierenden Pneumonien entwickelte. Sein Hauptproblem ist der ständige, vorwiegend trockene Husten und die Kraftlosigkeit aufgrund der rezidivierenden Infekte mit den entsprechenden Antibiotikagaben. Es kommt zu mehreren stationären Aufenthalten aufgrund der Pneumonien, die auch immer mit Fieber einhergehen.
Der Patient ist kurzatmig, leicht verschleimt, atmet oberflächlich vor der ersten Behandlung. Er wirkt geschwächt, leicht resigniert und hilflos. Er neigt zum Frösteln, hat kühle Extremitäten. Zusammen mit seiner Partnerin lege ich den Wickel an, den er noch nicht kennt. Bereits beim 1. Mal kann der Wickel 12 Minuten lang belassen werden. In der Nachruhe entspannt der Patient und schläft ein. Eine Wärmeentwicklung bis in die Peripherie setzt ein, die Atmung wird ruhig und geht in eine Bauchatmung über.
Der Verlauf ist bei den weiteren Behandlungen ähnlich, nur dass der Wickel länger belassen werden kann. Sein Allgemeinzustand bessert sich rasch. Entsprechend besser ist seine Stimmung, er schöpft Hoffnung und ist sehr zufrieden über den Verlauf.
Nach Abschluss der Behandlungsserie von 9 Anwendungen ist sein Zustand so stabil, dass  über die Wintermonate keine weiteren Infekte mehr aufgetreten sind und sein Allgemeinbefinden verbessert ist. Er hat sogar 2Kg zugenommen.
Seine Partnerin führt zu Hause weiter regelmässig 1x wöchentlich Brustwickel mit Equisetum durch (in die ich sie instruiert habe), welche die Gesamtsituation weiter stabilisieren. Über die Wintermonate werden Senfwickel von seiner Partnerin verabreicht (Häufigkeit nicht bekannt), so dass im Verlauf von 2 Jahren nur zwei Infekte aufgetreten sind.
ML

Autor

Red., ML

Literatur


Substanzen