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Senfauflage Ohr

Substanzart

Senfmehl

Leitgedanke

Die Senfölglycoside wirken auf der Haut örtlich stark reizend, dringen schnell in die Haut ein und lösen ein starkes Brennen und ein intensives Wärmegefühl aus.
An der behandelten Stelle werden die Durchblutung und die Stoffwechseltätigkeit gesteigert und die Haut rötet sich. Durch den Hautreiz und die Wärmebildung durch die Senfölglycoside, entsteht über die Nervenendigungen in der Haut eine reflektorische Fernwirkung auf die inneren Organe.

Indikationen


Durchführungsbeschreibung

Material:



Durchführung der Anwendung


Individuelle Haut-Sensibilität beachten!

Nachbereitung:

BeurteilungssicherheitBei einer Patientin erfolgreich angewendet
Dosierung1x tgl. kleine Senfauflage hinter dem betroffenen Ohr
WirkungseintrittNach 2-3 Minuten, bis die Haut brennt, Anwendung unter Beobachtung der Hautrötung!
Therapiedauer1 Mal täglich Senfauflage während drei Wochen
WarnhinweiseDiese Anwendung wurde bisher nur einmalig beschrieben.
Für die Anwendung bei Kindern liegen keine Erfahrungen vor.

Generell gilt für alle Senf-Anwendungen:
Keine Anwendung länger als 20 Min (Gefahr der Nervenschädigung in der Haut und Nekrosebildung).

Wichtig: tägliche Hautbeobachtung, es können Spätreaktionen eintreten (Rötung - Stunden nach der Auflage) und evtl. ist aufgrund der Rötung eine Anwendungspause notwendig.
Bei Hautempfindlichkeit, bei Sensibilitätsstörungen und bei mangelnder Körperempfindung gilt besondere Vorsicht.

Kontraindikationen
  • Hautverletzungen oder nässende oder entzündliche Hauterkrankungen im Bereich der Auflage
  • Noch nicht abgeklungene Rötung der Haut durch die vorangegangene Senfanwendung
  • Unverträglichkeit gegen Senf
  • Bestrahlte Hautareale

Fallbeispiel

Junge Frau, mittelgradige Erschöpfungsdepression, psychiatrische Traumafolgestörung, Hörsturz 5 Tage vor Klinikeintritt, starker Tinitus und Taubheitsgefühl um das betroffene Ohr.
Besondere Wirkung bereits nach der ersten Senf-Anwendung am 2. Tag in der Klinik. Der Tinitus wird schwächer, die behandelte Stelle fühlt sich gut und normal belebt an, das Taubheitsgefühl im Kopf schwindet, das Hörergebnis verbessert sich. Die Patientin berichtet, der starke Senfreiz lenke sie von den störenden Tinitusbeschwerden ab. Weiter beschreibt sie eine angenehme Wärmeempfindung am Anwendungsgebiet und eine allgemeine körperliche Entspannung.
Die Behandlung war als einmalige Anwendung verordnet worden. Infolge positiver Wirkung entscheidet die Patientin die Behandlung selbstständig täglich weiter zu führen. Der Zustand verbessert sich und die Anwendung kann nach 3 Wochen beendet werden. Die Beschwerden sind während des Klinikaufenthaltes (ca. 10 Wochen) nicht mehr aufgetreten.

Die Patientin erhielt zu der Anwendung auch 3 mal täglich Arnica Planta tota D6 Globuli (Weleda) für eine Woche.
TB

Autor

Red., TB

Literatur

Substanzen